GIS Software Vergleich 2026: QField vs Mergin Maps vs EVA-Mobil

Von DGIS Service GmbH15. März 20269 Min. Lesezeit

Mobile GIS Software: Die drei Hauptkandidaten

Wer 2026 eine mobile GIS-Lösung für die Feldarbeit sucht, stößt schnell auf drei Namen: QField, Mergin Maps und EVA-Mobil. Alle drei Plattformen ermöglichen die mobile Erfassung von Geodaten, bieten Offline-Funktionalität und synchronisieren Felddaten mit einer zentralen Datenbank. Die Unterschiede liegen im Detail — und genau diese Details entscheiden darüber, welche Lösung für Ihren Einsatzzweck die beste ist.

QField ist die mobile Ergänzung zum Open-Source-Desktop-GIS QGIS. Es richtet sich an Anwender, die bereits mit QGIS arbeiten und ihre Projekte ins Feld mitnehmen möchten. Mergin Maps (ehemals Input App) verfolgt einen ähnlichen Ansatz, legt aber stärkeren Fokus auf die Cloud-Synchronisation und die Zusammenarbeit im Team. EVA-Mobil ist eine eigenständige Plattform, die neben der GIS-Funktionalität auch Dokumentenverwaltung, Multi-Tenant-Architektur und branchenspezifische Module mitbringt.

Dieser Vergleich betrachtet die drei Lösungen aus der Perspektive von Kommunen, Stadtwerken und Ingenieurbüros, die eine mobile GIS-Lösung für Infrastrukturdokumentation, Inspektionen und Bestandserfassung suchen. Wir betrachten Funktionsumfang, Offline-Fähigkeit, Hosting-Optionen und Preismodelle.

Funktionsvergleich: Was kann welche Plattform?

QField punktet mit seiner tiefen QGIS-Integration. QGIS-Projekte können direkt auf das Mobilgerät übertragen werden, inklusive aller Layer, Styles und Formularkonfigurationen. Die Erfassung unterstützt Punkte, Linien und Polygone mit konfigurierbaren Attributformularen. Fotos können aufgenommen und Features zugeordnet werden. Die Stärke von QField liegt in der Flexibilität: Da die Projektstruktur aus QGIS kommt, sind die Konfigurationsmöglichkeiten nahezu unbegrenzt.

Mergin Maps bietet eine vergleichbare QGIS-Integration, ergänzt diese aber um eine Cloud-basierte Synchronisation. Änderungen werden automatisch zwischen Geräten und dem Server synchronisiert, was die Teamarbeit vereinfacht. Die App unterstützt zudem Sketching und einfache Notizen auf der Karte. Die Formulargestaltung ist etwas eingeschränkter als bei QField, dafür ist der Einstieg einfacher.

EVA-Mobil unterscheidet sich von beiden durch seinen Plattformansatz. Neben der GIS-Erfassung bietet es eine integrierte Dokumentenverwaltung (Fotos, PDFs, Protokolle), ein Breitband-Manager-Modul für die Breitbanddokumentation, rollenbasierte Zugriffskontrolle mit Multi-Tenant-Unterstützung und Status-Workflows für Infrastruktur-Assets. Die Formulare werden serverseitig konfiguriert und automatisch auf die Mobilgeräte verteilt.

Alle drei Plattformen unterstützen die Standardgeometrien und grundlegende Attributerfassung. Der Unterschied liegt in den Zusatzfunktionen: QField bietet maximale GIS-Flexibilität, Mergin Maps die einfachste Teamzusammenarbeit und EVA-Mobil die umfassendste Plattform für Infrastruktur-Management.

Offline-Fähigkeit im Detail

Alle drei Lösungen bieten Offline-Funktionalität, unterscheiden sich aber in der technischen Umsetzung. QField speichert Projektdaten als GeoPackage-Dateien lokal auf dem Gerät. Die Basiskarte muss als Offline-Paket vorbereitet werden, was je nach Gebietsgröße und Zoomstufen einige Vorbereitung erfordert. Die Offline-Erfassung selbst funktioniert zuverlässig, die Synchronisation erfolgt manuell über QFieldCloud oder Dateiübertragung.

Mergin Maps nutzt ebenfalls GeoPackage für die lokale Datenhaltung. Die Offline-Karten werden über den Mergin-Cloud-Dienst heruntergeladen und automatisch aktualisiert. Der Vorteil ist die einfache Handhabung, der Nachteil die Abhängigkeit vom Mergin-Cloud-Dienst für die Synchronisation. Ohne Mergin-Account ist keine Synchronisation möglich.

EVA-Mobil setzt auf eine Combination aus PMTiles für Vektorkarten und SQLite für die lokale Datenhaltung. PMTiles sind deutlich kompakter als Rasterkacheln und ermöglichen ein flüssiges Kartenerlebnis auch offline. Die Synchronisation erfolgt automatisch, sobald eine Verbindung besteht. Fotos und Dokumente werden ebenfalls lokal zwischengespeichert und automatisch synchronisiert.

In der Praxis ist die Offline-Fähigkeit aller drei Lösungen für typische Feldszenarien ausreichend. Der Unterschied zeigt sich vor allem beim Einrichtungsaufwand: Bei QField müssen Offline-Pakete manuell vorbereitet werden, bei Mergin Maps und EVA-Mobil geschieht dies weitgehend automatisch.

Hosting: Cloud vs Self-Hosted

Die Hosting-Frage ist für viele Organisationen ein entscheidendes Kriterium. QField kann über QFieldCloud (gehosteter Dienst) oder über QFieldCloud Community (Self-Hosted, Open Source) betrieben werden. Die Self-Hosted-Variante erfordert technisches Know-how für Einrichtung und Betrieb, bietet aber volle Datenhoheit. Alternativ können Projekte auch manuell per Dateitransfer synchronisiert werden.

Mergin Maps setzt primär auf seinen eigenen Cloud-Dienst. Es gibt zwar eine Community Edition für Self-Hosting, diese ist jedoch in ihrem Funktionsumfang eingeschränkt. Für die volle Funktionalität, insbesondere die automatische Synchronisation und Teamverwaltung, ist ein Mergin-Cloud-Abonnement erforderlich. Die Server stehen in der EU, was für DSGVO-Konformität relevant ist.

EVA-Mobil ist konsequent auf Self-Hosting ausgelegt. Die gesamte Plattform — Backend, Datenbank, GeoServer und Vector-Tile-Server — läuft in Docker-Containern auf der eigenen Infrastruktur. Es gibt keine Cloud-Abhängigkeit und keinen Datenabfluss an Dritte. Für Kommunen und Stadtwerke, die kritische Infrastrukturdaten verwalten, ist dies oft ein ausschlaggebender Faktor.

Preise und Lizenzmodelle

QField ist als App kostenlos und Open Source (MIT-Lizenz). Die Kosten entstehen beim Hosting: QFieldCloud bietet einen kostenlosen Plan mit begrenztem Speicher, die Professional- und Enterprise-Pläne starten bei circa 50 Euro pro Monat. Bei Self-Hosting fallen nur die Serverkosten an, aber der Einrichtungs- und Wartungsaufwand muss einkalkuliert werden.

Mergin Maps bietet einen kostenlosen Einstiegsplan mit einem Nutzer und 100 MB Speicher. Die Team-Pläne beginnen bei circa 25 Euro pro Nutzer und Monat. Für größere Teams und Organisationen gibt es Enterprise-Pläne mit individueller Preisgestaltung. Die Self-Hosted Community Edition ist kostenfrei, bietet aber eingeschränkte Funktionen.

EVA-Mobil wird als Self-Hosted-Lösung mit Projektlizenzierung angeboten. Die Kosten orientieren sich am Projektumfang und der Anzahl der Nutzer. Da keine laufenden Cloud-Gebühren anfallen und die Plattform auf offenen Standards basiert, sind die langfristigen Gesamtkosten oft niedriger als bei Cloud-basierten Alternativen. Konkrete Preise werden auf Anfrage kalkuliert.

Fazit: Welche Lösung passt zu wem?

QField ist die beste Wahl für Teams, die bereits intensiv mit QGIS arbeiten und eine schlanke mobile Ergänzung suchen. Die maximale Flexibilität bei der Projektkonfiguration und die Open-Source-Lizenz machen es zur bevorzugten Lösung für GIS-Experten, die volle Kontrolle über ihr Setup wünschen.

Mergin Maps eignet sich besonders für Teams, die den einfachsten Einstieg suchen und bereit sind, ihre Daten in der Mergin-Cloud zu hosten. Die automatische Synchronisation und die intuitive Bedienung senken die Einstiegshürde deutlich.

EVA-Mobil ist die richtige Wahl für Organisationen, die eine umfassende Plattform für Infrastruktur-Management suchen — nicht nur mobile GIS-Erfassung, sondern auch Dokumentenverwaltung, Status-Workflows und Multi-Tenant-Architektur. Die Self-Hosted-Philosophie macht es zur bevorzugten Lösung für Kommunen und Stadtwerke, die volle Datenhoheit benötigen.

Letztlich hängt die Entscheidung von Ihren konkreten Anforderungen ab. Wenn Sie sich unsicher sind, welche Lösung zu Ihrem Einsatzfall passt, bieten wir Ihnen gerne eine unverbindliche Beratung und eine Demo der EVA-Mobil-Plattform an.

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