Drohnen-Daten in GIS integrieren: Orthophotos und Geländemodelle nutzen

Von DGIS Service GmbH20. März 20267 Min. Lesezeit

Drohnen in der Geodatenerfassung: Ein Überblick

Unbemannte Luftfahrzeuge — im Fachjargon UAV (Unmanned Aerial Vehicle) — haben die Geodatenerfassung in den letzten Jahren grundlegend verändert. Wo früher bemannte Befliegungen oder terrestrische Vermessung notwendig waren, liefern Drohnen heute hochauflösende Geodaten in einem Bruchteil der Zeit und zu einem Bruchteil der Kosten.

Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Baufortschrittsdokumentation, Massenberechnung auf Deponien und in Kiesgruben, Bestandsaufnahme von Gebäuden und Infrastruktur, Vegetationskartierung in der Landwirtschaft und Forstwirtschaft sowie die Inspektion von Solaranlagen und Dachflächen. In all diesen Bereichen entstehen durch den Drohnenflug georeferenzierte Bilddaten, die erst durch die Integration in ein GIS ihre volle Wirkung entfalten.

Die typische Prozesskette beginnt mit der Flugplanung, bei der das zu befliegende Gebiet, die Flughöhe und die Bildüberlappung festgelegt werden. Nach dem Flug werden die aufgenommenen Bilder in einer Photogrammetrie-Software (wie Pix4D, Agisoft Metashape oder OpenDroneMap) prozessiert. Das Ergebnis sind georeferenzierte Produkte: Orthophotos, Punktwolken und digitale Geländemodelle.

Orthophotos: Vom Luftbild zur Karte

Ein Orthophoto ist ein aus Einzelbildern zusammengesetztes, entzerrtes Luftbild mit einheitlichem Maßstab. Im Gegensatz zu einem normalen Foto, bei dem Objekte am Bildrand verzerrt dargestellt werden, ist ein Orthophoto geometrisch korrekt: Entfernungen können direkt gemessen werden, und es lässt sich als Kartengrundlage verwenden.

Die Auflösung eines Drohnen-Orthophotos liegt typischerweise zwischen 1 und 5 Zentimetern pro Pixel — deutlich höher als Satellitenbilder (30 cm bis mehrere Meter) oder staatliche Luftbilder (10-20 cm). Diese hohe Auflösung ermöglicht es, einzelne Steine, Risse in Oberflächen oder Vegetationsarten zu erkennen.

Für die Nutzung im GIS wird das Orthophoto als GeoTIFF exportiert, ein Rasterformat mit eingebetteter Georeferenzierung. GeoTIFFs können direkt in Desktop-GIS-Systemen wie QGIS geladen werden. Für die Bereitstellung über Web-GIS-Plattformen empfiehlt sich die Veröffentlichung als WMS- oder WMTS-Dienst über einen Kartenserver wie GeoServer oder MapServer.

Bei großen Orthophotos (ein Gebiet von einem Quadratkilometer kann leicht mehrere Gigabyte groß sein) ist die Optimierung für die Web-Darstellung wichtig. Cloud-Optimized GeoTIFFs (COG) ermöglichen es, nur die jeweils sichtbaren Kacheln zu laden, ohne die gesamte Datei herunterladen zu müssen.

Digitale Geländemodelle (DGM) im GIS nutzen

Ein digitales Geländemodell (DGM) beschreibt die Erdoberfläche als Höhenraster — jedem Rasterpunkt ist ein Höhenwert zugeordnet. Drohnen-DGMs erreichen Genauigkeiten von wenigen Zentimetern und eignen sich für Massenberechnungen, Entwässerungsplanung und Geländeanalysen.

Im Unterschied zum digitalen Oberflächenmodell (DOM), das auch Gebäude und Vegetation einschließt, zeigt das DGM die reine Geländeoberfläche. Für die Ableitung des DGM aus Drohnendaten wird die Punktwolke klassifiziert und Bodenpunkte werden interpoliert. Dieser Schritt erfordert je nach Gelände und Bewuchs manuelle Nacharbeit.

Im GIS lassen sich DGMs vielfältig nutzen: Höhenlinien können automatisch abgeleitet werden, Geländeprofile entlang beliebiger Linien erstellt und Sichtbarkeitsanalysen durchgeführt werden. Für die Planung von Kanälen und Leitungen ist die Geländeanalyse besonders wertvoll, da Fließrichtungen und natürliche Tiefpunkte identifiziert werden können.

Durch den Vergleich von DGMs verschiedener Zeitpunkte lassen sich Veränderungen quantifizieren: Wie viel Material wurde auf einer Deponie abgelagert? Wie stark hat sich eine Böschung verändert? Diese differenzielle Analyse ist mit Drohnendaten besonders effizient, da Wiederholungsflüge kostengünstig durchgeführt werden können.

Integration über WMS/WMTS: So binden Sie Drohnen-Daten ein

Die Integration von Drohnen-Daten in eine GIS-Infrastruktur erfolgt typischerweise über OGC-Webdienste. Orthophotos werden als WMS (Web Map Service) oder WMTS (Web Map Tile Service) bereitgestellt. Der Unterschied: WMS rendert Karten bei jeder Anfrage neu, WMTS liefert vorberechnete Kacheln und ist damit deutlich performanter.

Für die Einrichtung wird das Orthophoto als GeoTIFF auf den Kartenserver (z. B. GeoServer) hochgeladen und als Layer konfiguriert. GeoServer generiert automatisch die benötigten Metadaten und stellt den Layer über standardisierte URLs bereit. Jede WMS/WMTS-fähige Anwendung kann den Layer anschließend einbinden.

Ein wichtiger Aspekt ist die Pyramidierung: Für große Orthophotos werden Übersichtsbilder in verschiedenen Auflösungsstufen vorberechnet. Wenn ein Nutzer herausgezoomt ist, wird eine niedrigere Auflösung geladen; beim Hineinzoomen werden die hochauflösenden Details nachgeladen. Dies spart Bandbreite und beschleunigt die Darstellung erheblich.

Drohnen-Daten und EVA-Mobil: Feldarbeit mit Luftbildern

In der Praxis entfalten Drohnen-Daten ihren größten Nutzen, wenn sie nicht nur im Büro am Desktop-GIS, sondern auch im Feld auf dem Mobilgerät verfügbar sind. Stellen Sie sich vor, ein Inspekteur prüft den Zustand einer Kanaltrasse und sieht auf seinem Tablet nicht nur die Basiskarte, sondern auch das aktuelle Drohnen-Orthophoto in Zentimeterauflösung — er erkennt Geländemerkmale, bevor er sie vor Ort erreicht.

EVA-Mobil ermöglicht genau diese Integration. Drohnen-Orthophotos und DGMs, die als WMS oder WMTS auf Ihrem GeoServer bereitgestellt werden, können als Layer in die mobile App eingebunden werden. Im Online-Modus werden die Kacheln direkt vom Server geladen. Für den Offline-Einsatz können relevante Bereiche als PMTiles-Pakete vorberechnet und lokal auf dem Gerät gespeichert werden.

Die Kombination aus hochauflösenden Drohnen-Daten und mobiler GIS-Erfassung eröffnet neue Möglichkeiten: Vermessungsingenieure können Kontrollpunkte im Feld mit dem Orthophoto abgleichen, Baufortschritte lassen sich direkt auf dem Luftbild dokumentieren, und Flächenberechnungen können noch vor Ort verifiziert werden. Wenn Sie Drohnen-Daten in Ihren GIS-Workflow integrieren möchten, zeigen wir Ihnen gerne in einer Demo, wie EVA-Mobil dabei unterstützt.

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